01. April 2009 (Barsinghausen)
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11. März 2009 (Pleite oder verrückt?)
Unsere Welt ein "Schwarzes Loch"? Es wird täglich bezahlt, gestopft, gelogen und manipuliert. Gerade heute schreiben alle Medien ausführlich über die Vernichtung von 50 Billionen Dollar - eine irre, unvorstellbar hohe Summe. Gerade läuft im Hintergrund FAKT, die von der unerträglichen Lage der HSH Nordbank, einer deutschen Landesbank, berichten. Von Überschuldung mit Papieren des so genannten Hochrisiko-Bereiches in Höhe von 63 % wird in der Sendung authentisch berichtet. Ein neues Kapitel ist die KLP in Dubai. Auch die Engel & Völkers in Deutschland, eine internationale Immobilien-Gesellschaft, ist (laut Aussage in FAKT) im internationalen Geschäft der Steuerhinterziehung und verschleierten Vermögensbildung aktiv. Vornehmlich im - mittlerweile - sehr zweifelhaften Emirat Dubai. Das erste Mal, liebe Freunde, komme ich mit den (meist schnellen) Meldungen der Agenturen mit meiner Kommentierung nicht mehr nach. Das Geschäft mit den Nachrichten ist sehr schnelllebig (und auch nur noch eingeschränkt glaubwürdig) geworden. Während ich hier denke und schreibe, läuft eine Ankündigung über die "Bodenschätze in den Ozeanen", die drohen verlorgen zu gehen. Sind wir alle verrückt? Oder glauben wir ungefiltert an eine "goldene Zukunft"? Selbst die Kölner berichten über ihre "wunderschöne, glänzende Stadt", die nicht funktioniert. Liebe Freunde, ich komme aus dem unmittelbaren Dunstkreis von Köln und weiß sehr genau, wie diese Stadt funktioniert. Im Moment jedenfalls überhaupt nicht! Da bei mir jetzt einige Reisen und notwendige Messebesuche anstehen muss ich mit meinem Blog eine Unterbrechung machen. Dies ist auch wichtig, um die vielen (immer schneller einlaufenden) Nachrichten filtern, gewichten und verarbeiten zu können. Außerdem muß ich noch zwei Websites erstellen bzw. fertigstellen. Letztlich muß ich auch an die Vorbereitungen für mein neues Projekt "Rund um alle deutschen Inseln" denken. Schließlich muss ich noch einen zweiten Blog einrichten, der sich mit den finanziellen, wirtschaftlichen und sozialen Folgen der Misswirtschaft von Politik und Unternehmen beschäftigt. Es macht schließlich wenig Sinn, diesen Themenkomplex in meinem Blog zum Jakobsweg zu integrieren. Also, liebe Freunde, ein wenig Geduld. Ich bin ja auch nicht vollständig fort, sondern werde mich einmal pro Woche melden, bei Bedarf auch öfter. Und eure Mails werde ich auch nach wie vor beantworten. Damit wünsche ich euch einen schönen Tag und einen sonnenreichen Frühlingsanfang. Ein freundliches Buen Camino wünscht euer Lothar "Projekt Deutschland" - Tag 11
10. März 2009 (Krise oder Bereinigung?)
"Allem Anfang wohnt ein Zauber inne" schreibt schon Hermann Hesse. Allerdings kann den Zauber im momentanen Krisenzustand noch niemand entdecken. Allerdings finden viele Meldungen der Nachrichtenagenturen in einem selten zuvor gesehenen Tohuwabohu statt. Und in einer immer schneller ablaufenden Folge. Und auch die Politik in Bund und Land versäumt immer mehr, stringente Arbeit zu leisten und Entscheidungen zu treffen. Beispiele: die Unsicherheit, Wankelmütigkeit und Unentschlossenheit von Angela Merkel in Berlin, die generellen Zielen zuwider laufenden Verhaltensweisen von Roland Koch in Wiesbaden und Jürgen Rüttgers in Düsseldorf. Die Kanzlerin wird nicht nur in der Bevölkerung immer schwächer und unsicher wahrgenommen (siehe ARD Deutschlandtrend mit Zahlen und Grafiken vom März 2009). Das Schlimmste daran: die Politiker haben noch nicht verstanden, dass Ängste und Sorgen in der Bevölkerung deutlich zugenommen haben. Ganz deutlich werden diese Sorgen in einem FAKT Extra von gestern abend. Thema: OPEL und die Mitarbeiter, Angehörigen und die davon abhängigen Zulieferbetriebe. Lesen Sie das Manuskript dieser Sendung, es spricht eine klare, unmissverständliche Sprache der Angst. So verständlich und nachvollziehbar die Sorgen und Nöte dieser Menschen in Thüringen, Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen und Hessen sind, OPEL ist kein systemwichtiges Unternehmen und wenn dieser Autobauer stirbt, dann ist das zwar schlimm; unser Land jedoch gerät dadurch nicht in existenzielle Gefahr. Entsprechend ist auch das Ergebnis einer infra-Test Umfrage zur Sicherheit der Menschen bei ihrer Wahlentscheidung. Die ausgeprägte Unsicherheit der Menschen ist ein Aspekt, ein Zweiter ist in Berlin und den Landeshauptstädten zu hören: diese (massive) Krise ist ein riesengroßer Brocken, der alle Wahlen in diesem Jahr in Bund, Land und Europa beeinflussen wird. Das ist das eigentlich Schlimme an diesem Dilemma, in dem es praktisch kaum positive Merkmale gibt: alle Verantwortlichen in Politik und Unternehmen verhalten sich wie Oligarchen, die weit abgehoben von den alltäglichen Realitäten über Wohl und Wehe eines ganzen Volkes befinden und entscheiden. Einfach gesagt ist die Bevölkerung mit ihren vielen Ängsten ein kollektiver Gegenstand wahlstrategischer und parteipolitischer Entscheidungen. Wie wenig die Politik und ihre gewählten Politiker die Bürger als "Wahlvieh" betrachten und sie nicht mehr wirklich ernst nehmen ist beispielsweise an der Reise von Jürgen Rüttgers zu GM nach Detroit zu sehen, von der der Ministerpräsident faktisch ohne jegliches Ergebnis zurückkehrte. Trotzdem wird er nach wie vor nicht müde, seine erfolglose Reise mit einer vagen Erklärung von Rick Wagoner als positives Resultat hinzustellen. Ein immer leiser diskutiertes Problem ist die deutsche Schulmisere. Jedem hinlänglich bekannt ist die Pisa-Problematik. Tatsächlich aber besteht diese "Bildungskatastrophe" bereits seit den 60er Jahren und wurde auch als solche bezeichnet. Fakt ist jedenfalls, dass Deutschland mittlerweile seit Jahrzenten mal mehr, mal weniger hinter den Bildungsausgaben der OECD-Länder hinterher hinkt. Schon vergessen, liebe Bürger? Unser Land ist schon Jahrzente bildungspolitisch schwach und unterdurchschnittlich. Ein Ergebnis dieser katastrophalen Entwicklung ist die Beschreibung der heutigen Jugend in dem Buch "Generation Doof", die so doof ist, dass ab März sogar eine Tournee der Autoren durch Deutschland startet. Wer mag, kann sie morgen abend ab 20:00 Uhr im Savoy-Theater in Düsseldorf sehen. Sicherlich ist das dann noch kein Beitrag zur Lösung der Schulmisere in unserem Land. Dazu sind die strukturellen Probleme der Schulen insgesamt zu groß - und die "Schönrechnerei" der Schulbehörden und Kultusministerien zu ausgeprägt. Jüngst klagte der Deutsche Lehrerverband über 20.000 fehlende Lehrer. Referendare (also Lehrer in Ausbildung) müssen voll unterrichten, Unterrichtsstunden von Lehrern werden faktorisiert - alles mit dem Ziel, den Eltern und den Bürgern insgesamt vorzugaukeln, dass eine vollständige Unterrichtserfüllung stattfände. Vielleicht überlegt sich ja der eine oder andere Bürger mal die Sinnhaftigkeit des Handels der Damen Barbara Sommer, Elisabeth Heister-Neumann, Christa Goetsch und anderer. Gut (und wichtig) wäre das jedenfalls. Liebe Freunde, es liegt vieles im Argen in Deutschland. Schlimm ist nur, dass die Bürger beginnen zu resignieren und auch das Vertrauen in die Regierung zu verlieren. Tragisch und teilweise verhängnisvoll aber ist das Gebaren der Politiker, die - einfach gesagt - die Krise für ihr strategisches und politisches Kalkül missbrauchen. Das ist - wieder einfach gesagt - Missbrauch des Vertrauens der Bürger, die diese Politiker gewählt haben. Traurig, aber wahr. Euch allen draussen im Land wünsche ich dennoch einen schönen und friedlichen Tag. Ein freundliches Buen Camino von eurem Lothar "Projekt Deutschland" - Tag 10
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09. März 2009 (Export oder Binnen?)
Zum Wochenanfang möchte ich heute eine Grafik präsentieren, die schon sehr hohe Symbolkraft für die Politik (und die Umverteilung) in unserem Land hat. In Norwegen, einem Land von sehr hohem nationalen Reichtum, findet eine demokratisch legitimierte Umverteilung statt. Instrumente sind Steuer und Abgaben, die auf hohe Einkommen erhoben und ärmeren Bevölkerungsschichten und Regionen zugeführt wird. Wie heute jeder aus den Medien weiß, besteht in Norwegen ein guter bis überdurchschnittlicher Reichtum im gesamten Volk. Natürlich hat das auch etwas mit dem Ölreichtum Norwegens zu tun. In erster Linie ist dieser Reichtum von der Regierung für die Bürger des Landes verwandt worden, während in Deutschland eine Oligarchie von Unternehmern und Politikern den Reichtumg unseres Landes mehrt und wachsen lässt - allerdings immer zu Lasten und auf Kosten Dritter. Bein uns in Deutschland hat statt dessen seit langen Jahren eine Umverteilung von oben nach unten stattgefunden, wie diese Grafik eindeutig zeigt. Alle Arten von Minderungen, Steuern oder Abgaben wurden seit 1960 sukzessive immer stärker gesenkt, während die Einkommen der unselbständig Beschäftigten im gleichen Zeitraum entsprechend gesunken sind. Auch die direkten Unternehmenssteuern sind mittlerweile als eher kärglich anzusehen. Die direkte Folge daraus: nachhaltige Stärkung der Unternehmen und ihrer Inhaber (gemeinhin auch Unternehmer genannt). Die hatten (selbstverständlich "nur zur Sicherung" der deutschen Exportwirtschaft und des Nimbus Deutschlands in der Welt) nichts besseres zu tun, als ihre Exporte immer mehr zu intensivieren. Bei den Nettoexportquoten ist Deutschland so exorbitant weit allen anderen, wirtschaftlich ebenfalls starken Ländern dieser Erde überlegen, dass dies am besten in dieser Grafik gezeigt wird. Kommen wir zurück zur Grafik, die am Anfang meines Artikels steht. Immerhin stammt diese Grafik von der OECD, deren Ziele eindeutig und sicher für jeden unbedingt verständlich sind (auch für Unternehmer): (1) zu einer optimalen Wirtschaftsentwicklung, hoher Beschäftigung und einem steigenden Lebensstandard in ihren Mitgliedstaaten beizutragen, (2) in ihren Mitgliedsländern und den Entwicklungsländern das Wirtschaftswachstum zu fördern, (3) zu einer Ausweitung des Welthandels auf multilateraler Basis beizutragen. Um es auf den Punkt zu bringen: die deutsche Politik hat gemeinsam mit den Unternehmern eine nachhaltige einseitige Entwicklung des Exports betrieben. Das zeigt eindeutig die Entwicklung des Gesamtexports aus Deutschland. Die Binnennachfrage ist dagegen minimal und mickrig. Dazu ist ein physikalisches Gesetz als Erläuterung zu berücksichtigen, denn keine Kraft oder Energie kann spurlos verschwinden. Entsprechend verhält es sich mit dem Export: er geht (wenn er überzogen hoch ist) immer zu Lasten schwacher Länder. Und da die USA schon lange ein importstarkes Land sind, verschärft sich die Sogentwicklung: Lücken in vielen Ländern durch zu starke Import (= Defizite im jeweiligen Haushalt) und ein gigantisches Haushaltsdefizit in den USA sind der Auslöser der Rückschlagwirkung in unserem Land. Diese Grafik zeigt eindrucksvoll die Defizite der wichtigsten Länder dieser Welt. Eine Zeitbombe, die da tickt - und sicher für die meisten Menschen mit den als Link unterlegten Erläuterungen leicht und einfach zu verstehen ist. Und es wird schlimmer: die USA haben aktuell die "Gelddruckmaschinerie" angeworfen, die Franzosen versuchen (verbotenerweise) ihr Glück mit Protektionismus und Deutschland "kämpft" verdrossen um den Titel "Exportweltmeister" und unsere Politik, aber auch viele Unternehmer, haben die Zeichen der Zeit noch immer nicht verstanden. Damit, liebe Freunde, wünsche ich euch einen guten Wochenanfang, vielleicht ein wenig Sonne und nicht diese Turbulenzen, die derzeit ein Mega-Zyklon vor Australien mit mehr als 300 km/h veranstaltet. Ein freundliches Buen Camino wünscht euer Lothar "Projekt Deutschland" - Tag 9
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08. März 2009 (System oder Krise?)
Viele schreiben oder reden ober die Krise. Doch die Antwort ist schwierig: haben wir eine Systemkrise oder doch eine Bankenkrise? Oder ist unser politisches System in den vergangenen 60 Jahren zu träge, zu behäbig geworden? Schwer zu sagen. Sicher ist nur, dass die Politik und ihre Kontrollmechanismen zu spät agierten und versagt haben. Es ist in letzter Konsequenz auch fast grober Unfug, wenn Politiker "als Mandatsträger" in den Aufsichtsräten der größten Unternehmen sitzen und für die Entscheidungen der Vorstände haften und verantwortlich sind. Grotesk wird es dann (wie vor wenigen Tagen in Plus Minus zu sehen) diese Politiker (übrigens von allen wichtigen Parteien!) einhellig sagen: wie sollen wir (die Politik) die Vorstände im Tagesgeschäft kontrollieren, wenn nicht einmal der Vorstand seine Produkte (z.B. Derivate) erläutern kann? Stellt sich doch jedem vernünftig denkenden Menschen sofort die Frage auf, warum haben so viele unserer Abgeordneten in Bund und Ländern Sitze in den verschiedensten Aufsichtsgremien? Warum sind sie so versessen auf einen (vermeintlichen) Machtanspruch, wenn sich dieser - eben wegen des fehlenden Wissens - sehr schnell ins Gegenteil umkehrt? Im Grunde kann bei klarem Denken und kühlem Kopf nur eines dafür entscheidend sein: Anspruch auf Macht und Geld. Doch unsere Politiker - allen voran unsere Kanzleuse - und auch ihre internationalen Kollegen sind in dieser langen katastrophenlosen Zeit von weltweiter Bedeutung erst eingeschlafen. Beim ersten großen Knall (SubprimeKrise) sind sie aufgewacht und erst einmal von ihrem Stuhl gefallen. Nachdem sie ihre blauen Flecken sortiert und ausgiebig gejammert haben, kamen die ersten, leider noch unkoordinierten Reaktionen. Im Pressespiegel der Financial Times Deutschland kommen alle mit schlechten bis sehr schlechten Kritiken davon, sei es Merkel oder Ratzinger, Seehofer oder Steinbach. Und die Politik wird insgesamt abgewatscht, nachdem der Koalitionsausschuss in seiner letzten Sitzung durch Untätigkeit und Unentschlossenheit glänzte und damit faktisch einen sechsmonatigen Wahlkampf eröffnete. Kein schlechtes Ergebnis, könnte ein Zyniker meinen. Katastrophal, wie ich als unabhängiger Journalist meine. Solches Handeln ist wider die Interessen des Volkes und gegen den Willen des Volkes gerichtet. Die Financial Times Deutschland schreibt völlig zu Recht in ihrer "Kleinen Kritik an der Staatskritik", dass die "Skepsis der Marktfundamentalisten gegenüber der Politik häufig nur geschickte Propaganda ist. Es gehe nur darum, die Umverteilung von unten nach oben ideologisch abzusichern!". Stellt sich letztlich noch immer die Frage, welche Form von Krise wir eigentlich haben. So explizit sagen kann (oder will) das ja noch niemand. Auch Herr Dudenhöfer schwenkt mit seiner Meinung von Links nach Rechts und zurück und zwar so schnell, dass niemand mehr hinterherkommt. Weder mit dem Schwenken noch mit seiner Meinung! Und wieso sollten wir OPEL eigentlich Steuergelder schenken, die mutmaßlich sowieso in Detroit landen werden. Außerdem: OPEL hat in Deutschland nur Steuern erstattet bekommen (knapp 50 Mio. Euro), aber keinen Cent bezahlt. Dafür verlangen sie einige Milliarden und wollen 3.700 Arbeitsplätze vernichten, aber nichts an eigenen Leistungen geben. Mr. Wagoner scheint das Wort Nehmen verinnerlicht zu haben, nicht aber die Notwendigkeit des Gebens! Um die (sicher unbequeme) Wahrheit auf den Punkt zu bringen: OPEL ist mit seiner eher kleinen Fahrzeugproduktion nicht systemrelevant! Auch Verstaatlichungen sind nicht das Mittel der Rettung, Kanzleuse. Im Gegenteil: sie lassen ein furchtbar schlechtes Licht auf unser Land fallen. Und unselige Erinnerungen wach werden. Mit meinem heutigen "Wort zum Sonntag" wünsche ich euch (und unserem Land) einen schönen und möglichst friedlichen Abend. Viele Grüße und ein nettes Buen Camino wünscht euch Lothar "Projekt Deutschland" - Tag 8
07. März 2009 (Gesundheitsgeschäft?)
Liebe Leser im Land, auch die Gesundheit ist offenbar ein starkes und sehr lukratives Geschäft geworden. Kaum zu glauben, aber nach langen Jahren der Defizite haben unsere Kassen einen "operativen" Gewinn von rund 700 Mio. Euro gemacht. Fragt sich nur, wie bei den Kassen ein "operativer" Gewinn entstehen kann. Seltsam noch mehr, denn nach wie vor schieben die GKVen ein Defizit in Milliardenhöhe vor sich her. Auch die viel zitierte Gesundheitsreform unserer "Printen backenden" Gesundheitsministerin (was sie Gerüchten zu folge auch kann) geht wieder einmal zu Lasten des so genannten "Kleinen Mannes". Die seit Gerhard Schröder praktizierte Umverteilung von unten nach oben hat zwischenzeitlich eine Situation entstehen lassen, in der viele Menschen trotz Vollzeitbeschäftigung ihre Familien nicht mehr ernähren können und vom Staat alimentiert werden müssen (Hartz IV u.ä.). Um so stärker werden die Einkünfte der Vorstandsmitglieder der Krankenversicherungen gestärkt, da sie zum Teil "seit 6 Jahren nicht angepasst" worden seien. Diese Aussage vom Spitzenverband der GKVen ist ein Schlag ins Gesicht der Bevölkerung. Eine ganz besondere Unverschämtheit leistet sich Herr Funke, ehemaliger Vorstandsvorsitzender der Hypo Real Estate, die momentan mit rund 100 Milliarden Steuerzahler-Euros durch den Bund gestützt wird. Verlangt dieser "Herr Geldvernichter" doch tatsächlich Gehaltsfortzahlung trotz seiner Riesenpleite, die ein Stück weit auch von seiner eigenen Unfähigkeit herrührt. Diese beiden Beispiele (Boni an GKV-Vorstände und Klage von Funke gegen HRE) sind nur zwei von vielen Beispielen für die Umverteilung vom Staat und Selbstbedienung am Staat durch viele. Unser aller Leben ist wie der Tanz um das Goldene Kalb geworden. Eine "Gockelei" gewissermaßen, wie auch dieser kleine Videoclip ganz gut zeigt ("Verständnisprobleme" und "Ironie" können bestehen). Aber es geht auch komplett anders. Claudia Kotter, Vorsitzende des Vereins "Junge Helden", hat es - wie auch ich selbst - geschafft. Sie lebt wieder und leitet - wie ich auch - einen Verein, der sich um eine Verbesserung der Organspende in Deutschland bemüht, wie dieses Beispiel gut zeigt. Organspende in Deutschland ist dabei in zweierlei Hinsicht ein trauriges Thema. Im letzten Jahr sind die lebenrettenden Organspenden in fast allen Bundesländern um 8,8 % gesunken. Das bedeutet, dass im Schnitt täglich rund vier Menschen versterben müssen, weil die Mitbürger zu wenig Organe spenden. Ein trauriges und beschämendes Bild, wie ich es oft beschrieben habe. Dennoch ist diese Entwicklung ganz einfach auch als tragisch zu bezeichnen. Wir haben in unserem Land weltweit führende Transplantationsmediziner, die besten Transplantzentren - und trotzdem sinken die Transplant-Zahlen. Einmal, weil die Menschen immer weniger Organe bereit sind zu spenden. Aber auch, weil Politik und GKVen die Gesundheit der Menschen immer stärker kommerzialisiert haben. Diese Entwicklung zur Kommerzialisierung der Gesundheit ist perfide und menschenverachtend. Daher ist die heutige Karikatur der IG Metall mehr als richtig und zutreffend, denn die Menschen aus den so genannten "wirtschaftlich besser gestellten Kreisen" haben diese Probleme nicht. Sie "kaufen" sich die Gesundheitsleistungen, die sich die weniger bemittelten Menschen (immerhin 80 % der Bevölkerung) nicht mehr leisten können, weil Gesundheit zum Basarartikel geworden ist. Karsten Vilmar rief ja schon 1998 zum so genannten (ironisch gemeinten) "sozialverträglichen Frühableben" auf. Diese Dialektik hat sich aber in Berliner Abgeordnetenkreisen bis zum heutigen Tag gehalten und beschreibt exakt den Sachverhalt der zu teuren Gesundheit für den Sozialstaat. Mit diesen eher nachdenklichen Worten wünsche ich meinen Lesern ein schönes Wochenende und vielleicht ja ein wenig Sonne, die unsere Politik durch ihre Entscheidungen vernebelt und verdunkelt hat. Ein freundliches und immer noch zuversichtliches Buen Camino wünscht euch Lothar "Projekt Deutschland" - Tag 7
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06. März 2009 (Treibgut oder Schmelze?)
Unsere engagierte Polar-Touristin Angela Merkel im Dilemma!? Wer weiss schon, was kommt. Frau Merkel und ihre Polit-Vasallen im Kabinett wohl kaum haben sie doch noch nicht einmal bemerkt, dass wir bereits am Anfang einer ausgeprägten Deflation stehen. In Nordamerika, Asien und Australien ist man sich dessen bewusst. In Europa leider noch immer nicht. Und in der momentanen Situation geht wohl alles dahin: das Eis, das Klima, die Eisbären - und auch OPEL mit General Motors. Bittere Pillen auch von GM: die Zahlen verheißen nichts gutes und auch der Wirtschaftsprüfer von GM sagt im Bilanzbericht - Konkurs nicht ausgeschlossen, wie GM im Bericht an die Börsenaufsicht SEC schreibt. Alles klare Anzeichen einer Deflation, wie auch diese Grafik zur Arbeitslosenquote und Kreditvergabe eindeutig zeigt. Es ist schon seltsam wenn von "Fachleuten" behauptet wird, die so genannten systemrelevanten Firmen und Banken dürften nicht kippen. Dabei sind wir bereits in der deflationären Phase unseres Systems angekommen. Das Problem ist nur, dass es noch kaum jemand gemerkt hat. Statt dessen gerät ein Bundestagsabgeordneter der SPD in Verdacht, in Machenschaften rund um Kinderpornos verstrickt zu sein. Die Staatsanwaltschaft durchsucht Wohnung und Büros, beschlagnamt Unterlagen und die Medien regen sich auf, als sei dies "Business as usual". Doch in der Bevölkerung macht sich erster Unmut und Unsicherheit breit. Laut "ARD Deutschlandtrend" glauben 81 % der Bundesbürger das uns der schlimmste Teil der Krise erst noch bevorsteht. Auch mehr als die Hälfter aller Bürger machen sich Sorge um ihren Arbeitsplatz bzw. ihre Ersparnisse. Außerdem sind 55 % der Deutschen der Ansicht, dass die Bundesregierung angesichts dieser komplexen Kise den Überblick verloren hat. Auch die ehemaligen Volksparteien, also CDU und SPD, haben erhebliche Verluste hinnehmen müssen - so erheblich, dass sie bei gleichförmigem weiteren Verlauf dieser Entwicklung schon in drei bis vier Wochen nicht einmal mehr eine große Koalition bilden könnten. Wenn morgen Wahl wäre, natürlich. Ein Fazit aus diesem Deutschlandtrend: das Vertrauen in die Politik jeglicher Couleur ist rapide gesunken und damit offensichtlich auch das Vertrauen in unseren Staat. Es ist die Politik, die in den vergangenen 15 Jahren immer intensiver an den Stellschrauben unserer Währung und Wirtschaftskraft gedreht hat. Leider in die falsche Richtung. Schlimm ist nur, dass wir alle noch sechs Monate bis zur nächsten Bundestagswahl warten müssen. Plus der Zeit, die für eine - wie auch immer geartete - Regierungsbildung erforderlich ist. Nach Lage der Dinge, also den letzten Diskussionsrunden (besser: "Positionierungsrunden") im Koalitionsausschuss, den anstehenden Problemen des Landes und den Problemlösungsfähigkeiten unserer Politiker kann ich bei allem guten Willen (leider) keine günstige Perspektive zeichnen. Im Gegensatz zu Politikern, die ja leider nur zu oft zum Bau von so genannten "Wolkenkuckucksheimen" neigen, ist der Journalismus zur Objektivität verpflichtet (siehe Pressekodex). Schade nur, dass es in diesem Sinn keinen Kodex für Politiker gibt. Sehr schade sogar. Vielleicht sollten wir einfach über eine "Lehre" für diese Spezies nachdenken, in der unsere Kanzlerin oder die Ministerriege abschmelzen kann. Oder über ein Assessment Center für angehende Politiker nachdenken ... Deshalb will ich an dieser Stelle wieder ein paar Worte über mich sagen. Mein Bauchaortenaneurysma (BAA)ist weiter gewachsen, wie die Untersuchung in der MHH ergeben hat. Sonografisch hat es jetzt einen Durchmesser von 45 mm und in der Länge eine Ausdehnung von 12 cm. Entscheidend aber ist das Wachstum von 5 mm in einem Jahr. Regel bei BAAs ist, mit zunehmendem Durchmesser verläuft die Steigerung des Durchmessers im Quadrat. Nach aktueller Einschätzung meines Gefäßchirurgen wird in 8 bis 10 Monaten die Notwendigkeit der chirurgischen Intervention gegeben sein. Deshalb soll ich ab sofort große Belastungen (mehr als 10 - 15 Kg) ebenso vermeiden wie zu hohen Blutdruck (über 150 systolisch). Nichteinhaltung kann dann schnell zu einer so genannten Ruptur führen, also dem Reissen oder Platzen der BAA - dann mit letalen Folgen. Damit ist die Konsequenz klar: die Fortsetzung meines Jakobsweges wird verschoben und zwar bis zur vollständigen Heilung meines BAA. Doch keine Sorge, liebe Freunde. Natürlich werde ich nicht meine Beine hochlegen und den lieben Gott einen guten Mann sein lassen. Derzeit plane ich ein Projekt, das ebenfalls ein Novum ist und nach meinen Recherchen so noch nicht durchgeführt wurde: die Umrundung aller deutschen Inseln in der Ost- und Nordsee. Wie gesagt, momentan bin ich in der Planungsphase, muss einiges an Vorbereitungen machen, Genehmigungen einholen usw. Darüber könnt ihr allerdings mehr lesen, wenn das alles erledigt und meine Website für dieses Projekt fertiggestellt ist. Also noch ein wenig Geduld, Informationen gibt es wie immer auf dieser Seite von mir. Damit wünsche ich euch allen einen schönen und hoffentlich guten Tag. Ein nettes Buen Camino von eurem Lothar soll euch heute begleiten. "Projekt Deutschland" - Tag 605. März 2009 (Spiel mit Medien?)
Dieses Foto aus dem englischen Guardian zeigt Jade Goody, die derzeit in allen Medien hohe Aufmerksamkeit erzielt. Auch in Deutschland ist sie in vielen Medien und regt auch hier die Menschen, die Medien und Kirchen, aber auch die Politik auf. Warum eigentlich fragen sich die, die bislang nichts von ihr hörten. Jade Goody (27) ist in England ein absoluter Star, die wegen ihres Benehmens und Verhaltens in der englischen Big Brother Serie berüchtigt und berühmt wurde. Von ihrer Herkunft und Artikulation her eher rüpelhaft und beleidigend hat sie dennoch Zugang zu allen wichtigen internationalen Kreisen erreicht: ihre Wohnung ist von Reportern und Fernsehteams aus aller Welt umlagert, Gordon Brown sagt eine wichtige Fernsehdebatte ab, tausende junger Frauen stornieren fest vereinbarte Kontroll- und Vorsorgeuntersuchungen und alle Welt schaut angewidert und zugleich faszinieniert auf die junge Frau, die alle und alles mögliche buchstäblich aus den Angeln hebt. Jade Goody hat ein nicht heil- oder therapierbares Karzinom im Endstadium im Gehirn mit einer restlichen Lebenserwartung von wenigen Wochen. Und sie hat ihre letzte Lebensphase absolut öffentlich gestaltet. Ihr Sterben und auch ihr Tod werden live in Living TV gesendet. Was erreicht sie damit und was sind ihre Ziele? Sie bewegt und provoziert die Menschen und emotionalisiert die Gesellschaften. "Goody ist ein Geschöpf der Massenmediendemokratie, die sich in allen westlichen Ländern herausgebildet hat. Die Massenmedien fungieren als Sprachrohr und Verstärker der Gefühle der Massen. Eines der Merkmale der Massenmediendemokratie ist die Emotionalisierung. Auch gilt Ignoranz nicht länger als Makel, dagegen wird Wissen und Lernen zunehmend verachtet." (Zitat: ZEIT) Eine solche Massenmediendemokratie ist auch in Deutschland vorhanden und genügend katalysierende TV-Shows, Talk Shows und ähnliches gibt es auch bei uns. Negativ betrachtet, kann eine adäquate deutsche Person schnell vergleichbare Aufmerksamkeit erreichen. Das ist aber nur die eine Seite der Medaille. Die andere Seite - statt ergebnisorientiert mit Positiv nur mit Motivation oder Sensibilisierung übersetzt -bietet bei dieser Unterscheidung zwei Optionen: Die Motivation der Massen (Mensch wie Medien) zu bestimmtem Handeln ist ebenso möglich wie die Schaffung eines Bewußtwseins für eine bestimmte Problematik. Beides scheint in unserer Gesellschaft wichtig und notwendig zu sein, wenn sich jeder Leser einmal diese Grafik (Bruttosozialprodukt vs. Finanzvermögen) von McKinsey betrachtet. Da die Einsichtsfähigkeit bei den meisten Politikern (national wie international) ganz offensichtlich entweder fehlt oder verkümmert ist, muss aus der Bevölkerung dieser Entwicklung gegengesteuert werden. Notwendig ist also eine deutliche und ausgeprägte Sensibilisierung und Motivation der Bevölkerungen. Vorreiter dieser Entwicklung können in unserem Land Gruppierungen mit hoher Sozialkompetenz sein: die Gewerkschaften wie die IG Metall oder ver.di. Knapp 5 Millionen Mitglieder dieser beiden Gruppen und die rund 20 Mio. Rentner ergeben ein starkes, nicht mehr zu ingnorierendes Korrekturpotenzial. Doch wie auch immer die derzeitigen Politiker motiviert sind, sie verändern wissentlich oder unwissentlich unser Land und unsere Gesellschaft. Sie überschulden die nächsten Generationen, kümmern sich seit Jahren immer weniger um die Armen, Kranken, Rentner und Behinderten. Sie fragen letztlich nicht einmal mehr, was nach ihnen selbst kommt. Daher sollte jeder Bürger unseres Landes die Politiker fragen, wie sie mit diesen Problemen umgehen und wo für die Menschen verständliche Lösungsansätze liegen. Vor allem ist nicht zuletzt durch die aktuelle Lage in unserem Land nach der Zeitachse und wichtigen Zeitpunkten der Erledigung zu fragen. So kann ein Fall in England schnell zu grundsätzlichen Fragen im eigenen Land werden. Die englische Politik (bis zum Premierminister) ist zum Teil bereits in die Knie gegangen. Wie wird sich dies bei uns entwickeln? Die Entwicklung bleibt in den nächsten Monaten abzuwarten. Euch allen, liebe Freunde, wünsche ich einen tollen Tag und vielleicht auch ein wenig Sonne. Ein nettes Buen Camino wünscht euch Lothar "Projekt Deutschland" - Tag 5
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04. März 2009 (Dummheit oder Spiel?)
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03. März 2009 (Umbruch oder Abbruch?)
Wirklich kein Platz mehr? Die Frage stellt sich zunehmend in Deutschland. Kein Land in den so genannten G 20 ist derart schlecht aufgestellt wie Deutschland. Die einzige ernst zu nehmende Aufrechnung und Prognose kommt von ver.di, der deutschen Dienstleistungs-Gewerkschaft. Diese Prognose wird namhaft unterstützt und bestätigt, unter anderem vom RWI, ifo, Deutsche Bank und anderen. Gestern habe ich bereits die katastrophale Entwicklung rund um AIG in New York angesprochen. Diese Firma ist mittlerweile so stark (finanziell) gestützt worden, dass es für "Otto Normalverbraucher" fast nicht mehr vorstellbar ist. Warum geschieht diese (buchstäblich grenzenlose) Unterstützung? Warum lässt man dieses Unternehmen nicht einfach in Konkurs gehen? Die Zahlen rund um AIG sind wirklich unvorstellbar: insgesamt 210 Milliarden Dollar Finanzhilfen, 61 Milliarden Dollar Verlust - und das bei Geschäftstätigkeit in rund 130 Ländern. Gigantomanie pervers. Von diesem Unternehmen, von seinen Geschäftspartnern und auch von der US-amerikanischen Regierung. Das Schlimme daran ist, dass viele Städte (weltweit, darunter viele deutsche Städte) ihr "Tafelsilber" (Stadt-, Wasser- und Elektrizitätswerke) an AIG verkauft haben und anschließend wieder zurückgeleast haben. Das Motiv für diesen Unfug: Geldmangel in Folge von Misswirtschaft, strategischen Fehlentscheidungen und schlicht Unwissen und Unfähigkeit bei den meisten Stadtvätern in unserem Land. Die Folgen dafür haben - wie immer - die Bürger zu tragen! Ich bin gespannt wie lange sich unsere Staatsbürger diese Machenschaften mit stets fadenscheinigen Erklärungen und Begründungen noch gefallen lassen. Erste (unerwünschte) Ergebnisse sind bereits erkennbar: die Linken haben schon in ihr Wahlprogramm "die Überwindung des Kapitalismus" geschrieben. Eine reinrassige Rückkehr in die Denkstrukturen, Verhaltensmuster und Dialektik der PDS. Ich denke, wir haben vieles zu ändern, anzupassen und zu korrigieren in unserem Land. Und wir haben ebenso vieles zu lernen, ob es uns nun gefällt oder nicht. Es ist fast schon erschreckend mit welcher "Lust am Untergang" Unternehmen wie RWE sich in das Geschäft um Süßwasser drängen. Soll eines der zwingend notwendigen und nicht substituierbaren Grundnahrungsmittel kommerzialisiert werden? Allen solchen Zeitgenossen möchte ich ein früheres Wort der Grünen vorhalten: sie werden erst dann einsichtig wenn sie merken, dass man Geld nicht essen kann ... Nun aber Schluß für heute, denn jetzt steht für mich die CeBIT mit einigen Promis auf dem Programm, die heute beginnt. Angela Merkel macht mit Arnold Schwarzenegger einen Rundgang, zwei Pleitiers erster Güte, denn die Bundesrepublik wird von Merkel derzeit ein Stück an die Wand gefahren. Ähnliches hat Schwarzenegger in Kalifornien ja ebenfalls schon geschafft. Dann kommt noch unser allseits ungeliebter Schwarzwälder, Innenminister Wolfgang Schäuble. Und auch Brigitte Zypries besucht diese Messe - vielleicht auf der Suche nach Justiziablem. Euch allen wünsche ich einen schönen, vielleicht sogar sonnigen Tag und ein freundliches Buen Camino von Lothar "Projekt Deutschland" - Tag 3
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02. März 2009 (Perversion der Asozialität)
28. Febr. 2009 (Barsinghausen)
So, liebe Freunde draußen im Land, nun melde ich mich mit einem neuen Blog zurück. Einiges hat sich geändert, schlimme Entwicklungen sind in unserem Land in Gang - merkwürdig nur, dass niemand sich sonderlich darüber aufregt. Aber für euch zum Verständnis erst einmal der Reihe nach. Wichtigster Termin ist für mich der 4. März, dem Tag der Kontrolle des Bauchaortenaneurysmas (BAA) durch den Gefäßchirurgen. Aktuell ist dies 45 mm im Durchmesser bei rund 10 cm Länge. Also nicht unbedingt gering. Sicher wird das in absehbarer Zeit "repariert" werden müssen. Die Frage ist nur, ob mit einer so genannten offenen (aufwendigen) Operation oder per Stent. Diese Frage ist für mich von zentraler gesundheitlicher Bedeutung und deswegen hängen alle übrigen Aktivitäten, Projekte und auch die Organspende-Tournee davon ab. Es kann also sein, dass mein Jakobsweg, den ich ja bereits von Glückstadt bis Schengen gelaufen bin, weiter für ungefähr ein Jahr unterbrochen bleibt. Da haben allerdings die Ärzte der Medizinischen Hochschule das letzte Wort. Tja, was hat dies eigentlich mit der Karikatur von heute zu tun, wird sich mancher fragen. Einfache Frage - einfache Antwort! Jeder von euch da draussen weiß mittlerweile, das wir in einer ausgeprägten Krise leben. Vielleicht sogar in einer existenziellen Krise. Ebenfalls weiß mittlerweile fast jeder Bürger im Land, dass die Politik dem so genannten "kleinen Mann" - also den Deutschen wie Du und ich - ans "Leder", sprich an den Geldbeutel will. Das ist mit der Gesundheitspolitik und ihren Strukturen so und betrifft zwischenzeitlich viele von uns, denn teilweise verlangen die Ärzte Vorkasse von den Patienten bevor sie eine Behandlung beginnen. Andererseits erhalten die so genannten Großen, also die Wohlhabenden, Reichen und Zocker bei den Banken, eben durch diese Politik so viele Gelder (Stichwort: Umverteilung von unten nach oben), dass rund 10 % der Bevölkerung 90 % des Vermögens besitzen. Im Umkehrschluss sinkt das "negative Vermögen" der wirtschaftlich minderbemittelten Bevölkerung noch weiter ab. Die Reichen werden noch reicher und die Armen dadurch noch ärmer. Die volkswirtschaftliche und finanzpolitische Fehlentwicklung ist zwischenzeitlich so katastrophal geworden, dass mir buchstäblich die Worte fehlen. Diesen "Aufschrei" vermisse ich bei unserer Bevölkerung! Während in Griechenland, Spanien, Frankreich oder England die Menschen viel stärker handeln schläft "der deutsche Michel" schön weiter und vertraut nach wie vor den Worthülsen der Politiker, Lobbyisten, Unternehmern und ihren Verbandspräsidenten. Das, liebe Freunde im Land, kann es nicht sein. Und das darf es nicht sein! Immerhin nehmen die eben genannten Personengruppen jede Zukunftsperspektive für die nach uns folgenden Generationen - begonnen mit den heutigen Kindern. Das gilt es zu verhindern. Deshalb werde ich diesen Blog (zumindest bis nach den vielen Wahlen in diesem Jahr) umwidmen und umfunktionieren. Natürlich laufe ich weiter, denn ich bin mir meiner Zugwirkung auf die Menschen sehr wohl bewusst. Aber ich muss buchstäblich "in der Nähe" bleiben, um jederzeit reagieren zu können: Gesundheit, Medien, Bevölkerung und Wahlen sind die Themen, um die sich jetzt alles drehen muss. Auslöser ist die Finanzkrise, die mit ihren diversen geplatzten Blasen immer neue Katastrophen entstehen lässt. Vor einigen Monaten habe ich den ehemaligen US-Präsidenten Bush öffentlich als "Ruinator" bezeichnet. Bush ist endlich in Rente, aber die "Ruinatoren" werkeln weiter. Jetzt sind es die "Finanzgaukler" (tut mir leid, aber eine günstigere Bezeichnung fällt mir nicht ein), die sich in den Regierungen - vornehmlich aber in Berlin - tummeln und ihren Diensteid auf die Bundesrepublik Deutschland nach besten Kräften missachten. Deshalb, liebe Leser, werde ich in diesem Blog ab sofort wieder täglich, fundiert und sorgfältig recherchiert Fakten benennen, die in den Medien leider viel zu wenig publiziert werden. Mein Jakobsweg bleibt allerdings zunächst suspendiert. Dafür werde ich "Rund um alle deutschen Inseln" wandern, Gespräche mit Menschen und Verbänden führen und detailliert in Wort und Bild beschreiben. Warum ein solcher eher ausgefallener Marsch? Ganz einfach, liebe Freunde. Die deutschen Inseln in Ostsee und Nordsee sind ein Frühindikator für die Umwelt- und klimatologische Problematik in der Welt. Unsere Insellandschaft und besonders das Wattenmeer der Nordsee ist einzigartig und muss geschützt und erhalten werden. Genau so wie Deutschland. Es darf nicht in die Hände der Politkomiker und Finanzgaukler fallen. Damit dies nicht geschieht brauche ich euch da draussen im Land. Lest meinen Blog. Am besten täglich. Ich publiziere ihn täglich und gebe ihn ebenfalls täglich an die Medien weiter. Leitet ihn weiter an Freunde, Bekannte und Kollegen, diskutiert über die Inhalte und die Lage in Deutschland, fordert von allen Politikern in Bund, Land und Gemeinden klare, offene und ehrliche Worte. Und vergesst nicht, deren Antworten an möglichst viele andere Menschen zu leiten. Es wird nicht immer schön oder angenehm sein, was ihr hier lesen werdet. Aber es sind Fakten, die journalistisch sorgfältig recherchiert und aufbereitet sind - verständlich für jeden. Damit wünsche ich euch allen einen schönen und angenehmen Sonntag und mit dem Beginn des meteorologischen Frühlings am 1. März vielleicht der Beginn einer angenehmeren Zeit. Euch allen ein freundliches Buen Camino wünscht Lothar "Projekt Deutschland" - Tag 1
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28. Jan. 2009 (Barsinghausen)
Heute gibt es wieder einen Blog von mir, liebe Freunde. Einen Tag, bevor ich zum Nephrologen muss und den jetzt aktuellen Status meines BAA (Bauchaorten-Aneurysma) prüfen zu lassen. Doch vorweg ein paar Worte zu der heutigen Karikatur (Quelle: Strattmann), die ursprünglich das Ende des Transrapid-Baus begleiten sollte. Mittlerweile jedoch steht der "Transrapid-Sarg" schon für viele (negative) Schlagworte, die unseren Alltag und damit unser Leben berühren. Ein paar Stichworte, die wohl jedem im Land bestens vertraut sind, sollen nur Beispiele sein: Hartz IV für Kinder ist verfassungswidrig, der Handball nimmt an Brutalität immer mehr zu und eine "Vorbildfunktion" ist beim besten Willen nicht mehr zu erkennen, Zumwinkel hat sich mit seinen Anwälten ein günstiges Urteil "erkauft" und das Rechtsempfinden der Bürger wird damit nachhaltig gestört, die immer umfangreicheren Garantien für Banken und Unternehmen sind nicht mehr verständlich und die Politik scheint nicht einmal mehr das "kleine Ein-mal-Eins der Volkswirtschaft" zu beherrschen. In die gleiche Richtung geht die nach wie vor (auch in Deutschland) zunehmende Tendenz, den Organhandel zu öffnen bzw. zu legalisieren. In vielen Ländern, voran die USA, wird heute bereits der Hirntod relativiert und statt dessen favorisieren Mediziner die so genannte NHBD (Non Heart Beating Donor) als Todeszeitpunkt. In extremen Fällen (die FAZ berichtete darüber) wurden einem Kleinkind bereits 75 Sekunden nach dem Herzstillstand die Organe entnommen. Mittlerweile gibt es sogar in Deutschland einzelne Mediziner, die diese NHBD ausdrücklich fordern. Ähnlich grotesk und absurd ist der international praktizierte Organhandel in allen (meist kriminellen) Schattierungen. In Indien werden den Ärmsten der Armen für wenige hundert Euro Nieren entnommen, die - natürlich gegen horrende Entgelte - reichen Europäern oder Nordamerikanern implantiert werden. In Pakistan werden gleich reihenweise armen und ungebildeten Arbeitern Organe entnommen und unter häufig fragwürdigen Bedingungen transplantiert. Die Reihe der Beispiele ließe sich leicht verlängern, doch das ändert nichts an der Misere, dass wir viel zu wenig Organspender haben. Prof. Kirste, Chef der Deutschen Stiftung Organtransplantation, hat vor kurzem in einer Pressemitteilung klar und unmißverständlich gesagt, dass die Kriterien in Deutschland unzureichend seien. Die ungenügende - und weiter sinkende - Bereitschaft zur Organspende mache ein Überdenken erforderlich. Als Denkmodell wurde das bereits vom Auto benannte und vorgestellte System in Spanien vorgeschlagen. Auch dies ist ein Teil der vielen negativen Entwicklungen in unserem Land, denen von der Politik keine nennenswerten Erklärungen (von Lösungen ganz zu schweigen) entgegen stehen. Offensichtlich fehlt uns ein charismatischer Macher, der einfach die Ärmel hoch krempelt und beginnt zu arbeiten. In unserem Land ist es leider üblich, zuerst in jahrzentelangen (meist verschlungenen) Wegen einen Platz in den Parteihierarchien zu erkämpfen, um dann mit (häufig verkrusteten) eher erfahrungsschwachen Denkmustern Probleme eines ganzen Landes zu lösen und die tatsächlich gemachten Schulden den nachfolgenden Generationen zu überlassen. Merke: manches löst sich zwar durch Ablauf der Zeit, aber eben nicht alles! Euch allen ein nettes Buen Camino wünscht Lothar. Ich freue mich darauf, bald wieder euer Jakobsweg-Wanderer zu sein. Tag 97 mit 0 Km Wanderung
Gesamt 826 Km Jakobsweg-Wanderung
Gesamt 8.382 Km mit Verkehrsmitteln in der Tournee zur Organspende
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15. Jan. 2009 (Barsinghausen)
Quelle:Krebs-Stiftung
Nun haben wir die Gesundheitsreform - und auch die ersten Wehklager die alles besser wissen, noch bevor die ersten Zahlen und Ergebnisse überhaupt vorliegen. In einfachem Deutsch: Hellseher, die offenbar eine Phobische Störung haben. Das ist wie beim Fußball, denn dabei ist Deutschland das Land, das weltweit am meisten Bundestrainer besitzt - und alle wissen es natürlich besser als der Mann, der tatsächlich in Amt und Würden ist. Ein ebenso grandioses Thema ist die Aktion "Der Deckel muss weg" der Gewerkschaft ver.di. In der Tat, 3,2 Milliarden Euro "Verbesserung" ist schon eine ordentliche Hausnummer, die die Beteiligten mit dieser Kampagne erzielt haben. Das waren immerhin 130.000 Menschen aus dem ärztlichen und pflegenden Bereich. Und trotzdem nur ein kleiner Teil dessen, was durch eine verfehlte Politik der Bundesländer heute fehlt: insgesamt 55 Milliarden Euro. Nur im Krankenhausbereich. Buchstäblich ein Brosamen im Vergleich zu den anderen Summen, die derzeit von Politikern und Banken in die Hände genommen werden, um die gemachten Fehler zu glätten und zu kaschieren. Etwas anderes ist es ja nicht wirklich, denn eine spürbare Entlastung der gering verdienenden Bevölkerung (immerhin rund 7 bis 9 Millionen Menschen) geschieht nicht oder nur in geringstem Maße. Die Entlastung (eigentlich müsste ich ja sagen: Besserstellung) findet ja nur in den besseren und hohen Einkommensbereichen statt. Volkswirtschaftlich ist das unseren Politikern (erst Recht den Chefvolkswirten der Banken) bestens verständlich - und das Volk kann glauben, was die Politiker weismachen wollen: kompliziert formuliert, damit es möglichst niemand versteht. Besonders herausragend mit diesen (eher fragwürdigen) Fähigkeiten sind aktuell Angela Merkel und Frank-Walter Steinmeier. Wir werden erleben was daraus entsteht und was diese beiden Perönlichkeiten aus unserem Land machen werden. Wie viele andere Journalisten werde auch ich deren Handeln sehr aufmerksam verfolgen und in meinem Blog von Zeit zu Zeit kommentieren. Damit aber zu einem anderen, für das Individuum letztlich wichtigeren Thema. Jedenfalls im Fall einer schweren Erkrankung. Stichwort: Organspende. Die Deutsche Stiftung Organtransplantation hat dazu gestern eine inhaltsschwere Pressemitteilung versandt. Darin wird der Rückgang der Organspende um 8 % gemeldet. Dies bedeutet, dass Jahr für Jahr mehr Menschen sterben müssen, weil es keine Organe mehr gibt! Ab sofort werden es also rund 4 Menschen sein, die täglich - jeden einzelnen Tag eines Jahres - deswegen sterben müssen. Übrigens eine Zahl, die der Autor bereits vor einigen Monaten offen genannt und geschrieben hat. Und noch ein Punkt dazu. Prof. Kirste als Vorsitzender der DSO hat noch vor recht kurzer Zeit gesagt, dass die Strukturen unseres Organspendesystems in Deutschland modern, zeitgemäß und auch für die Zukunft geeignet seien. Mit der publizierten Pressemitteilung räumt die DSO erstmals offiziell ein, dass das Modell Spanien (das ja international gelobt, geprüft und kopiert wird) viel effektiver und wirksamer ist. Kirste verlangt ausdrücklich von der Bundesregierung eine nachhaltige Änderung. Eine zentrale Forderung von vielen Transplant-Chirurgen und der DSO ist die eindeutige Verbindlichkeit der DSO und damit Abkehr vom Begriff "Gemeinschaftsaufgabe", der praktisch ein "Versteck" für arbeits- und leistungsunwillige Mitglieder (Krankenhäuser, Gesundheitsverwaltungen, Ärztekammern und Ministerien in Bund und Land) bietet. Jeder, der sich dieser Pflicht zur Dienstleistung entzieht, kann sich einfach und schnell der Leistungsverpflichtung entziehen. Eine Blamage und Katastrophe für unser Land in gesundheitspolitischer Sicht, die in Europa ohne Beispiel ist. Es scheint sich zu bewahrheiten, dass mit Aachener Grundschul-Printen schlecht ein Aufsatz zum Thema Gesundheit eines Landes zu schreiben ist. Es sollte also niemand mit seiner Arbeit oder seinem Handeln ein Diktat zum Verhalten von Menschen abgeben. Die Politik nicht und auch eine Gesundheitsministerin nicht, die Krankenhäuser ebenso wenig wie die Gesundheitsverwaltungen oder die GKVen. Solches Verhalten ist buchstäblich wie ein Bumerang. Er kehrt immer zurück. Wer von meinen Lesern nun wissen möchte, wohin der Gesundheitsdirigismus unserer Zeit führen kann, der möge den hier verlinkten Bericht kanadischer Menschenrechtsanwälte lesen. Ein Bericht, der der UN, verschiedenen supranationalen Organisationen, der EU und auch den wichtigen Regierungen dieser Welt zuging. Mehrere Symposien wurden dazu veranstaltet, ohne dass eine breite Diskussion oder Änderungen zustande kamen. Auch die absolut seriöse und über jeden Zweifel erhabene ZEIT aus Hamburg hat dazu ausführlich geschrieben und berichtet. Eine höchst fragwürdige Entwicklung, der unbedingt zu entgegnen ist. Überall, nicht nur in "den anderen Ländern" - auch bei uns, denn die Politik und die Abgeordneten führen zunehmend ein Leben, das nur noch sehr dürftig an den Wünschen und Bedürfnissen des Volkes orientiert ist. Es ist in der Tat zu fragen, ob Politik heute noch den Erfordernissen des Alltags gerecht werden kann oder ob sie bereits auf breiter Front gescheitert ist. Seit Helmut Kohl wissen wir, dass Politik - immer noch zunehmend - zu einer Oligarchie geworden ist, die ihre Entscheidungen in "abgehobenen Hinterzimmern" trifft und meist nur unvollständig kommuniert. Damit möchte ich meinen Lesern im Land einen schönen Wintertag und ein friedliches Wochenende wünschen. Meinen nächsten Bericht wird es am nächsten Freitag zum Wochenende geben. Euch allen wünsche ich eine Gute Zeit. Viele Grüße und ein nettes Buen Camino wünscht euch Lothar
Tag 97 mit 0 Km Wanderung
Gesamt 826 Km Jakobsweg-Wanderung
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08. Jan. 2009 (Barsinghausen)
Diese Eiskristalle habe ich heute im Deister an einer Glasscheibe fotografiert. Dieses Foto soll einfach ein netter Gruß aus Barsinghausen sein. Euch allen noch einen schönen Tag und Buen Camino wünscht euer Lothar Tag 97 mit 0 Km Wanderung
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07. Jan. 2009 (Barsinghausen)
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06. Jan. 2009 (Barsinghausen)
Der Maya-Kalender ist für viele Leute ein Rätsel. Dabei ist dieser Kalender lange bekannt, wenngleich er nicht eindeutig zu entschlüsseln ist. Häufig hängt er heute bei den Menschen nach einem Besuch Mexikos als Souvenir an der Wand. So auch bei mir daheim. Dabei soll mir dieser Kalender heute nur als Erinnerung für eine wichtige Mitteilung an meine Leser dienen. Die nächsten Wochen und Monate (so genau kann ich das leider noch nicht sagen) sind in einer noch nicht so eindeutig zu fassenden Weise determiniert durch einen Anruf, den ich vor wenigen Minuten von dem Transplantations-Zentrum der Medizinischen Hochschule in Hannover erhalten habe. Danach ist mein Prograf-Spiegel (Bereich der Immunsuppression zum Organerhalt) von 17,4 Punkten auf jetzt nur noch 3,4 Punkte abgesunken. Wenn ihr beachtet, dass der Zielbereich (in diesem Bereich sollte der Spiegel liegen) zwischen 7,5 und 9,5 Punkten liegen soll, dann ist da schon etwas in erheblichem Maße in Bewegung geraten. Da dies jetzt in den letzten sechs Monaten zum vierten Mal geschehen ist gibt es die klare Empfehlung meiner Mediziner, bis zur nächsten Kontrolle in der MHH am 09. Februar erst einmal zu intensiverer Diagnostik daheim zu bleiben. Außerdem soll bei der Kontrolle durch ein spezielles bildgebendes Verfahren geprüft werden, in welchen Zustand sich aktuell mein Bauchaortenaneurysma mittlerweile hat. Die Entscheidung über das weitere Vorgehen liegt bei meinen Transplant-Ärzten. Wie auch immer, die gestern erst vorgestellte Planung bleibt zwar erhalten, allerdings kann ich sie unter diesen Umständen nicht ab 15. Januar beginnen umzusetzen. Gesundheit geht grundsätzlich vor und es handelt sich hier um zwei Bereiche, die jeder für sich risikoträchtig sind. Beim einen kann bei nicht sachgemäßer Behandlung das Organ verloren gehen. Der andere Teil kann - im Fall des Platzens der Bauchaorta - ebenfalls sehr unangenehm werden. Darum, liebe Freunde, muss ich heute (leider) kurzfristig eine Verschiebung des Beginns meiner Organspende-Tournee bekannt geben. Doch die aufgetretenen "Baustellen" müssen erst bereinigt werden, bevor es weiter geht, weitergehen kann. Ich bin sicher, dass jeder von euch dafür Verständnis haben wird. Damit wünsche ich euch allen einen schönen und friedlichen Abend und ein nettes Buen Camino euch allen. Euer Lothar
Tag 96 mit 0 Km Wanderung
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05. Jan. 2009 (Barsinghausen)
Dieses ausgesprochen hässliche und unschöne Foto steht für den Hass und die Feindschaft unter Menschen, die seit mehr als 2.000 Jahren eine gemeinsame Heimat und eine ebenso gemeinsame Geschichte haben. Eine unnötige Feindschaft, die seit dem tragischen Federstrich vor rund 100 Jahren, die Landschaft des Nahen Ostens verändert hat. Eine Grenzziehung, vorgenommen durch die damalige Protektoratsmacht England, die Israel und die Palästinenser und auch die arabischen Nachbarn nicht wollten - und bis heute auch nicht akzeptiert haben. Dies wird heute meist vergessen und in aller Regel nicht mehr erwähnt oder fälschlich und nur zu argumentativen Zwecken aus jedem geschichtlichen Kontext gerissen. Das weiss jeder Isreali und ebenfalls jeder Palästinenser. Dies habe ich den (damaligen) Repräsentanten beider Staaten in Deutschland, dem israelischen Botschafter Shimon Stein in der Botschaft des Staates Israel in Berlin, und dem palästinensischen Generalbeauftragten Abdallah Frangi in Bonn, nach langen eigenen Recherchen und sorgfältigen Vorbereitungen in Interviews vorgehalten. Diese Interviews fanden kurz vor Beginn der so genannten zweiten Intifada statt und wurden breit in den deutschen Medien angekündigt. Shimon Stein war in seinen Statements reserviert und verwies immer wieder auf die historische Verantwortung Deutschlands gegenüber Israel. Abdallah Frangi verharrte auf den Positionen der Palästinenser. Beide sind in gewisser Weise tragische Figuren, weil sie zu Opfern der jeweiligen zweifelhaften Einstellung ihrer Regierungen wurden und wider besseres Wissen die geschichtlichen Geschehnisse zu israelischen bzw. zu palästinensischen modifizieren wollen. Und dies bis zum heutigen Tag, denn sowohl Shimon Stein (jetzt im Ruhestand) wie auch Abdallah Frangi (heute außenpolitischer Leiter der Fatah in Ramallah) verharren - übrigens wie ihre heutigen Regierungen - auf ihren falschen Standpunkten. Mit diesen Standpunkten werden im Gazastreifen Menschen getötet. Tag für Tag. Menschen, die ein ebenso großes Lebensrecht haben wie jeder von uns. Die israelische Regierung schließt völkerrechtswidrig caritative Hilfe wie auch den internationalen Journalismus aus und auch die Hamas argumentiert mit gespaltener Zunge und spielt ein gnadenloses Spiel mit ihrer eigenen Bevölkerung. Alles das geschieht vor dem Hintergrund der "Lame Duck Phase" in Washington (die Zeit zwischen dem alten und dem neuen Präsidenten). Was hat das jetzt mit meinem Jakobsweg und der Organspende-Tournee zu tun, mag sich mancher fragen. Ganz einfach zu erklären: wie im Großen, also in Nahost, muss um die Menschenleben unmilitärisch gekämpft werden. Das haben die Menschen verdient. Und gleichermaßen muss um die Menschen auf den Wartelisten für ein Organ gekämpft werden, denn das Hilfsinteresse der Bevölkerung ist sehr schwach. Ein Organ möchte aber jeder haben, wenn dies erforderlich sein würde. Und die Menschen im Nahen Osten möchten auch ganz einfach leben - durch Hilfe, die wir ihnen geben könnten. Hilfen, die beispielsweise in Form des Austrocknens ungeeigneter Regierungen erfolgen könnte. Das wäre eine echte Hilfe zum Leben. Eine Hilfe zum Leben, wie dies zum Beispiel die deutsche Sozialhilfe ist. Mit diesen Worten wünsche ich euch einen schönen und möglichst friedlichen Tag und ein nettes Buen Camino. Euer Lothar Tag 96 mit 0 Km WanderungGesamt 826 Km Jakobsweg-Wanderung
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04. Jan. 2009 (Barsinghausen)
Nun bin ich wieder zurück und euch allen noch ein gutes und erfolgreiches Neues Jahr wünscht Lothar, der Deister-Walker. MeinePause über Weihnachten, den Jahreswechsel und der Urlaub mit Ewa an der Nordsee ist leider nur noch Erinnerung - wenn auch eine sehr schöne. Und prompt hat uns heute der Winter kalt erwischt, wie ihr auf diesem Foto von heute vormittag sehen könnt. Ein tolles Wetter, auch wenn der Schnee eher nass und das Wetter eher grau war. Das ist im Winter ja nicht immer zu vermeiden. Damit zu den aktuellen Dingen meines Jakobsweges und meiner Tournee zur Förderung der Organspende. Die Fortsetzung nach der Weihnachts- und Urlaubspause beginnt am 15. Januar 2009 und führt mich zuerst nach Osnabrück. Anschließend besuche ich Minden. Der folgende Montag führt mich über Herford nach Bielefeld und Münster nach Recklinghausen. Am Ende dieser Woche werde ich noch in Hamm sein, bevor ich - wie dann an jedem Wochenende - zurück nach Barsinghausen fahre. An dieser Stelle ein paar Informationen, die euch ein besseres Verstehen meiner Tournee ermöglichen sollen. Prinzipiell werde ich an jedem Arbeitstag (also Montag bis Freitag) je eine Stadt besuchen. Meine Terminierungen sehen immer verschiedene Gespräche vor: mit dem jeweiligen Stadtoberhaupt, Vertretern der örtlich wichtigen Medien (Print und Rundfunk) und Gespräche mit örtlich wichtigen Kliniken und ihren Vertretern im Bereich der Organspende und Transplantationsmedizin. Besonders erwähnen möchte ich an dieser Stelle das Pharmaunternehmen Novartis, die auf ihrer Seite "novartistransplantation.de" viele, stets aktuelle und immer wichtige Informationen bereit stellen für Menschen, die mit einem solchen (immer lebensrettenden) Eingriff konfrontiert sind. Auch Novartis ist - wie ich mit meinen Aktionen und die vieler Gruppen und Firmen - täglich beteiligt an der Verbesserung der Organspende und der Transplantationsmedizin. So wie ich mit meinen Aktionen versuche, zur Besserung der aktuellen Lage bei Organspende und Transplantation beizutragen, so muss dies - um eine nachhaltige Bewegung in Deutschland zu werden - von vielen Menschen, Firmen und Gruppierungen immer wieder gemacht werden. Nach diesen Anmerkungen weiter zu meiner Tournee, die ich in Dortmund, Essen, Hagen, Duisburg und Wuppertal bis zum Wochenende fortsetze. Nach diesem Wochenende setze ich die Tournee fort in Solingen. Darauf folgt Köln, wo ich - wegen der Größe und Bedeutung dieser Stadt - zwei Tage bleiben werde. Danach geht es nach Aachen und von dort wieder nach Barsinghausen, meine Heimatstadt am Deister. Dieses nette kleine Städtchen möchte ich euch sehr gerne empfehlen und euch auch zu einem Besuch im Deister, dem nördlichsten Mittelgebirge in Deutschland, einladen. Besonders jetzt in der Winterzeit ist dies eine schöne und kaum vergleichbare Gegend, die mancherlei zu bieten hat. Meine Rückkehr nach Basche, wie wir in Barsinghausen sagen, ist allerdings mit einer etwas längeren Unterbrechung verbunden. Zunächst mal ist mein 60. Geburtstag auf der Tagesordnung ganz oben und ich bin selbst gespannt, was da so alles passieren wird. Doch gleich zwei Tage später ist schon der nächste Termin: Kontrolluntersuchung in der MHH. Und bereits am 10. Februar werde ich in Bonn, der ehemaligen Bundeshauptstadt, zu Gast sein. Von Bonn geht es täglich weiter und zwar nach Koblenz, Mainz, Wiesbaden und Frankfurt am Main. Und weil Ewa und ich ganz besondere Erinnerungen an die Mainmetropole haben werden wir das Wochenende gemeinsam in Frankfurt verbringen. Bei aller Planung und allen Absichten, bei aller Hilfsbereitschaft und Willen zur Unterstützung - ein wenig Freiraum für Privatleben mit meiner Frau muss einfach sein. Außerdem ist Frankfurt die Stadt meiner Großeltern und meines Vaters, die dort aufgewachsen sind. Deshalb möchten wir gemeinsam auch einen Äppelwoi genießen und ein wenig die Erinnerungen aufleben lassen. Aber auch von Frankfurt geht es unwiderruflich weiter - die nächsten Ziele sind Darmstadt und Rüsselsheim. In Darmstadt würden es toll sein, wenn wir eine Schulkameradin von Ewa träfen und in Rüsselsheim hoffe ich auf gute Gespräche in einer Stadt, die besonders von der Finanzkrise getroffen wurde. Von Rüsselsheim geht es wieder zurück nach Barsinghausen, denn am 20. Februar fliegen Ewa und ich nach Venedig und nach Mailand. Diese Tage in Italien gehören einfach uns und einer Stadt, die Ewa sehr liebt und einem Land, in dem ich einige Zeit gearbeitet und gelebt habe. Nicht ohne Grund sind wir genau zur Karnevalszeit dort, denn der venezianische Karneval ist etwas, das wir beide noch nicht erlebt haben. Aber nach diesem venezianischen Intermezzo geht meine Tournee weiter und zwar am 02. März in Worms, gefolgt von Mannheim, Ludwigshafen, Landau, Karlsruhe, Pforzheim, Stuttgart, Tübingen, Ulm, Memmingen, Kempten, Wangen, Lindau, Friedrichshafen, Konstanz, Freiburg und Offenburg. Der Abschluss wird im Europaparlament in Strasbourg stattfinden. Damit, liebe Freunde, habe ich euch die Stationen meiner Tournee durch Deutschland genannt. Städte, in denen ich zu Gast bin und Gespräche führen werde, in denen ich vielen Menschen begegnen und ihre Fragen beantworten werde. Aber auch die Städte, in denen ihr mich persönlich treffen könnt, mich kennenlernen könnt, wenn ihr mögt. Gespräche mit mir über Organspende und Transplantation führen könnt. Dazu braucht es nur eines: eine Mail von euch mit eurem Namen und eurer Stadt, in der ihr daheim seid. Damit, liebe Freunde draussen im Land, wünsche ich euch einen schönen und friedlichen Abend. Ein freundliches Buen Camino soll euch auf euren Wegen begleiten. Euer Lothar Tag 95 mit 0 Km WanderungGesamt 826 Km Jakobsweg-Wanderung
Gesamt 8.382 Km mit Verkehrsmitteln in der Tournee zur Organspende
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19. Dez. 2008 (Barsinghausen)
Einer der schönsten Weihnachtsmärkte des Nordens ist an diesem Wochenende unser Ziel: in Lübeck werden wir morgen den "dritten Geburtstag" nach meiner Transplantation feiern. Es ist schon so, wie einige Medien ja geschrieben haben: die "Rückkehr ins Leben". Oder "der Weg zurück ins Leben". Und so empfinde ich das auch. Leben ist etwas unglaublich wertvolles und einzigartiges. Etwas, was ohne jeden Zweifel erhaben ist über alle anderen Werte. Deswegen freue ich mich auch so über das Leben, das mir nochmals geschenkt wurde. Und deshalb mache ich sowohl den Jakobsweg wie auch die Organspende-Tournee. Ich möchte den Menschen zeigen, wieviel positives mit einem Organspendeausweis bewirkt werden kann, wie viele Leben durch einen Organspender gerettet werden können. Weil dies wohl am Besten von einem Betroffenen, also einem Organempfänger, den Menschen vermittelt wird, deshalb mache ich meinen Jakobsweg und die Tournee. Damit möchte ich für heute (und für dieses Jahr) zum Ende kommen. Jetzt, heute Abend, fängt für mich auch die Weihnachtsferienzeit an. Und ich freue mich darauf, mit Ewa das Wochenende in Lübeck, die Weihnachtstage zu hause in Barsinghausen und dann eine Woche über Silvester in Nordfriesland, da wo der Wind immer so bannig-nass und kalt weht, zu verbringen. Euch allen wünsche ich einen wunderschönen vierten Advent, ein friedliches und geruhsames Weihnachtsfest und ein schönes, spannendes und lustiges Silvesterfest, gefolgt von einem guten Neuen Jahr, das euch immer Gesundheit und Frohsinn bescheren mag. Wir lesen uns dann wieder ab dem 04. Januar im neuen Jahr. Bleibt mir gewogen und ich freue mich darauf, euch auch im kommenden Jahr zu meinen Lesern zählen zu können. Euch allen da draussen im Land eine gute und friedliche Zeit wünscht mit einem freundlichen Buen Camino euer Lothar Tag 94 mit 0 Km WanderungGesamt 826 Km Jakobsweg-Wanderung
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